Die Eheleute Bernhard und Rosalie (geb. Marx) Samson wohnten über ihrem Geschäft für Haushalts- und Eisenwaren an der Cappenberger Straße. Bernhard, geboren 1882 in Herbern, und Rosalie, geboren 1885, waren seit 1914 verheiratet.
Das Geschäft litt stark unter den Boykottmaßnahmen der Nationalsozialisten. Bernhard überlegte immer wieder, das Geschäft zu schließen. Dies wurde ihm seitens der Verwaltung jedoch nicht erlaubt.
Während der Pogromnacht drang ein Mob in ihr Haus ein. Wohnung und Ladenlokal wurden verwüstet. Bernhard zwang man im Nachthemd auf die Straße, wo man ihn brutal zusammenschlug und bewusstlos liegen ließ. Im weiteren Verlaufe der Nacht wurde er blutüberströmt abgeführt und in Schutzhaft genommen. Rosalie wurde aus dem Haus getrieben und fand Zuflucht im St. Marien-Hospital.
Seine Frau traf zwei Monate nach seinem Tod in der Dominikanischen Republik ein, ohne von dem Tod Ihres Mannes gewusst zu haben. 1951 kehrte sie nach Lünen zurück.