Der Marktplatz von Werne war in der Pogromnacht einer der Hauptschauplätze des brutalen Vorgehens gegen die jüdische Bevölkerung.
Auf der Rückfahrt von einer SS-Feier in Ahlen organisierten SS-Angehörige aus Werne Gewalttätigkeiten gegen die jüdischen Bürger: Man legte fest, wer zu welcher Familie gehen sollte um dort zu wüten. In Werne war die geplante Aktion bereits bekannt geworden. Eine Menschenmenge stand bereit, sich der SS anzuschließen. Bürgermeister Kraus, selbst strenger Parteiangehöriger, untersagte vorab der Polizei jegliches Eingreifen.
Am späten Abend zogen die SS und ca. 100 weitere Personen zu den Häusern der jüdischen Familien. Sie zerschlugen Fenster, drangen in die Häuser ein und warfen die Möbel auf die Straße.
Die Männer der Familien wurden unter brutalster Gewalt und Verspottungen auf den Marktplatz getrieben. Dort wurden sie gezwungen, auf die Thora zu spucken.
Seit 1988 erinnert eine Tafel an die Gräueltaten, die den jüdischen Bürgern angetan wurden.
Bürgermeister Kraus (Mitte) mit Dr. Arnold Moormann und dessen Frau (1938).
Großer Andrang bei einer Parteiveranstaltung; an den Häusern hängen Hakenkreuze.